TRAUMATA IN DER KINDHEIT! FRÜHE BRANDMALE! Aktuelle Forschung.

Traumata in der Kindheit. Frühe Brandmale, als Auslöser von körperlichen und psychischen Problemen!

Viele wollen es nicht wahrhaben, aber nicht nur die Traumata die wir als Erwachsene erleben, insbesondere die Traumata die wir als Kinder erleben können uns nachhaltig gesundheitlich schaden. Wir haben sie nicht vergessen. Die aktuelle Forschung zeigt, das neben den psychischen Problemen sehr häufig auch körperliche Probleme als Folge entstehen können. Das Problem ist in der traditionellenPsychotherapie die Ursachen zu finden und aufzulösen. Hier bietet sich die Hypnosetherapie als ergänzende oder alleinige Therapie an. In einem interessanten Artikel in Gehirn&Geist , Dossier 2/17 schreiben Hans Jörgen Grabe und Carsten Spitzer über die möglichen psychische und körperliche Probleme die aus frühkindlichen Traumata entstehen können.

Aufdeckende Hypnose kann Trauma-Ursachen erkennen

Vernachlässigung oder Missbrauch im Kindesalter können viele Jahre später zu körperlichen Erkrankungen wie Herzinfarkt und Diabetes sowie erweiterten psychischen Störungen führen. Diese Folgen zeigen sich oft erst im Erwachsenenalter. Die körperlichen Symptome sind dabei nicht direkte Begleiterscheinungen bestehender psychischer Probleme, sondern weisen in vielen Fällen auf traumatische Erlebnisse in den Kinder- und Jugendjahren hin. Mit aufdeckender (analytischer) Hypnose können diese Zusammenhänge gefunden und aufgelöst werden. Dieses psychotherapeutische Verfahren wird nicht symptomorientiert angewendet, sondern kann die für eine zu behandelnde Störung verantwortlichen Ursachen finden, erforschen und schliesslich auflösen. Es geht auf den US-amerikanischen Hypnositeur Dave Elman (1900-1967) zurück, wurde durch Gerald (Jerry) Kein zur Universaltherapie (OMNI) weiter entwickelt und findet aber erst jetzt ihm gebührende Aufmerksamkeit in der weltweiten wissenschaftlichen Forschung.

Betroffene leiden jahrelang unter den Nebenwirkungen

Betroffene, die jahrelang unter Nachwirkungen früher Erlebnisse von körperlicher und seelischer Gewalt zu leiden haben, schildern mittelschwere bis gravierende depressive Phasen, die sie von ihrer Kindheit oder Jugend an alle ein bis zwei Jahre einholen. Diese sind unter anderem gekennzeichnet durch wiederkehrende Albträume und quälende Angstzustände. Therapeutische Massnahmen können diese depressiven Episoden zwar etwas abmildern, doch eine ständige Anspannung und innere Unruhe der Patienten nicht überwinden. Während der Behandlung kommen ausserdem zunehmend körperliche Beschwerden wie Übergewicht, Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Unregelmässigkeiten zur Sprache. Die so gefährdeten Personen haben nicht selten Alkohol- und Suchtprobleme, sehen sich einer entwickelnden Diabetes gegenüber. Neue wissenschaftliche Untersuchungen und Studien haben inzwischen aufgezeigt, dass neurobiologische Veränderungen wie zum Beispiel ein Trauma in der frühen Kindheit die Anfälligkeit für psychische Erkrankungen (chronische Depressionen, posttraumatische Belastungsstörungen (PTSD)), aber ebenso körperliche Gebrechen im Erwachsenenalter steigern. Diese Negativerfahrungen in der Kinderzeit können durch Schläge, Beschimpfungen, Streit und Gewalt der Eltern gegen das Kind, konsequent vernachlässigte Sorgfaltspflicht und permanente Gefühlskälte hervorgerufen werden. Die schwersten Folgen für die psychische Gesundheit rühren schliesslich von frühen Brandmalen wie einer Vergewaltigung her.

Missbrauch stellt den gesamten Stoffwechsel auf den Kopf

Missbrauch und Misshandlung besonders durch nahestehende Bezugspersonen führen zu einer stark vermehrten Ausschüttung des Stresshormons Cortisol. Der gesamte Stoffwechsel des Kindes sowie sein Hormonhaushalt werden auf den Kopf gestellt. Die Regeneration der Nervenzellen und synaptischen Verbindungen im Gehirn wird schwer gestört und möglicherweise langfristig erheblich beeinträchtigt. Für die gesamte psychosoziale Entwicklung des Kindes oder Jugendlichen kann das eine schwere Hypothek bedeuten. Beispielsweise stellt sich ein ständiges Gefühl von Überforderung oder von Scham und Schuld ein. Der Weg zu verschiedensten gesundheitlichen Problemen ist dann nicht weit. Depressive Zustände und anhaltende Frustration sind anerkanntermassen direkte Risikofaktoren für die Herzgesundheit. Daneben reduziert die ständige Präsenz einer traumatischen Erfahrung beispielsweise den Antrieb zu ausreichender Bewegung und gesunder Ernährung. Stoffwechselleiden wie die abdominelle Adipositas (Übergewicht mit starker Fettansammlung in der Bauchgegend), Diabetes mellitus, stark veränderte Blutfettwerte sowie Bluthochdruck belasten das gesamte Herz-Kreislauf-System extrem. Diese vier Erkrankungen können sich wechselseitig noch potenzieren. Mediziner sprechen in diesem Fall von einem metabolischen Syndrom. Mehrere internationale Studien haben inzwischen nachweisen können, dass jede dieser vier Krankheiten für sich von Belastungen aus einem Trauma in der Kindheit herzuleiten ist.

Die Wissenschaft kann es messen!

Psychische Belastungen beeinflussen auf verschlungenen Wegen die sogenannte Stressachse im menschlichen Körper. Dafür ist ein kompliziertes System von Stresshormonen und Botenstoffen verantwortlich. Am Anfang steht der Hypothalamus als die entscheidende Steuerungszentrale im Zwischenhirn. Nach traumatischen Erlebnissen wird in diesem Gehirnabschnitt der Botenstoff CRH (Corticotropin-Releasing-Hormon) freigesetzt. Dieses Hormon spricht wiederum die Hirnanhangdrüse (Hypophyse) an, die sodann das Adrenocorticotropin in den Blutkreislauf bringt. Dieser umgewandelte Botenstoff wandert anschliessend zur Nebennierenrinde, von der schliesslich das Stresshormon Cortisol abgegeben wird. Die gesamte Stressachse im Gehirn trägt einen Rückkopplungsmechanismus in sich, so dass die Ausschüttung der Hormone jederzeit gesteuert wird. Sobald der auslösende Stress vorbei ist, kann der Organismus somit zum hormonellen Normalzustand zurückkehren. Handelt es sich allerdings um andauernden Stress, von dem auch keine zwischenzeitliche Erholung eintritt, gerät das System in einen hormonellen Dauerbeschuss, der unabsehbare gesundheitsgefährdende Folgen hat. Cortisol sorgt beispielsweise im Stressfall für eine erhöhte Energiebereitstellung, lässt den Blutzucker und die Fettwerte steigen, setzt gespeicherte Eiweissreserven frei. Die Immunabwehr befindet sich im Alarmzustand. Ein derart dauerhaft erhöhter Cortisolspiegel muss zwangsläufig zu Herz-Kreislaufproblemen führen.

MS (Multiple Sklerose) als folge von kindlichen Traumata?

In der Zeitschrift Gehirn&Geist, Dossier 2.17 ist zu lesen:

In einer kürzlich abgeschlossenen Studie im Hamburger Universitätsklinikum Eppendorf konnte Mitautor Carsten Spitzer mit seinen Kollegen den Befund für die Autoimmunerkrankung multiple Sklerose (MS) bestätigen. 234 Patienten und 885 gesunde Erwachsene gaben Auskunft über ihre Kindheitserfahrungen. Tatsächlich berichteten die MS-Kranken mehr als doppelt so oft von emotionalem Missbrauch und Vernachlässigung als die Kontrollpersonen.

Analytisches Hypnose arbeitet in möglichst tiefen Trance-Zuständen

Über die Häufigkeit von körperlichem und seelischem Kindesmissbrauch sowie Vernachlässigung gibt es immer noch relativ wenige verlässliche Angaben. In den hochzivilisierten westlichen Industrieländern werden Schätzungen zu Folge jährlich vier bis 16 Prozent aller Kinder körperlich missbraucht. Etwa jedes zehnte Kind wird demnach vernachlässigt oder ist mit starken psychischen Belastungen konfrontiert. Weiterhin ist davon auszugehen, dass bis zu zehn Prozent der Mädchen sowie fünf Prozent der Jungen während ihrer Kindheit schweren sexuellen Missbrauch zu erleiden haben.

Die zur Aufarbeitung dieser psychischen Belastungen angewendete aufdeckende Hypnosetherapie wird auch als analytisches Verfahren bezeichnet, weil sie zu den auslösenden Faktoren einer Störung vordringen kann. Diese Erlebnisse aus teilweise weit zurückliegender Zeit werden in Trancezuständen angerufen, bearbeitet und aufgelöst. Würden im Gegensatz zu dieser analytischen Herangehensweise nur die Symptome behandelt, könnten die grundlegenden Konflikte im Inneren weiterschwelen und die äusseren Erscheinungen stets neu hervorrufen oder sich andere unberechenbare Ausdruckswege suchen (Symptomverschiebung). Die aufdeckende Hypnose kann bei sehr vielen Indikationen sehr schnell helfen.

 

http://www.spektrum.de/magazin/wenn-die-kindheit-krank-macht/1152639

Studien, die Grundlagen zu diesem Artikel waren:
http://www.nature.com/mp/journal/v16/n11/abs/mp201098a.html
http://www.nature.com/nature/journal/v476/n7361/abs/nature10287.html

PTSD Studien:
http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0272735815001385