AZ-Porträt über Hanspeter Ricklin

Aargauer Zeitung 20.3.14 Porträt über Hanspeter Ricklin

Heute erschien in der az Aargauer Zeitung diese Porträt über mich. Link!

BAD ZURZACH

Hypnotiseur Hanspeter Ricklin: Beim Zahnarzt versetzt er sich selbst in Trance

von Ursula Burgherr — az Aargauer Zeitung
Zuletzt aktualisiert am 20.3.2017 um 07:30 Uhr

Hypnosetherapeut Hanspeter Ricklin

Hypnotiseur Hanspeter Ricklin aus Bad Zurzach. Fotografiert in seiner Praxis. NACHGESTELLTE SZENE einer Beratungssituation mit einer Klientin.

Hypnotiseur Hanspeter Ricklin in seiner Praxis: «Zehn Sekunden bis drei Minuten dauert es, bis meine Patienten in Trance sind.» Sandra Ardizzone

Bild© Sandra Ardizzone

Hypnosetherapeut Hanspeter Ricklin befreit Menschen in kurzer Zeit von ihren langjährigen Ängsten und Süchten. Wie geht das?

 Hat er einen intensiveren Blick als andere? Die Journalistin versucht, bei der Begrüssung irgendetwas Magisches an Hypnotiseur Hanspeter Ricklin zu entdecken. Aber da ist nichts. Seine graubraunen Augen hinter der dezenten Brille wirken neutral. Das etwas schüttere, dunkle Haar ist akkurat gescheitelt. Unter dem anthrazitgrauen Hemd versteckt sich ein leichter Bauchansatz. Das Büro und der Behandlungsraum, in dem die Hypnosesitzungen stattfinden, sind ohne jeglichen Schnickschnack eingerichtet. So könnte man sich das Interieur eines Steuer- oder Finanzberaters vorstellen.

Wenn da nicht all die Diplome an den Wänden hingen – zum Beispiel vom Berufsverband der Hypnosetherapeuten, der National Guild of Hypnosis Inc. oder dem Hypnosis Training Center in Massachusetts. Über 50 Aus- und Weiterbildungen im Bereich Hypnose hat Ricklin in den 10 Jahren gemacht, seit er seine Praxis in Bad Zurzach führt. Hypnosezustände seinen etwas völlig Natürliches, welche die Menschheit schon seit Jahrtausenden kennt, erklärt der 62-Jährige: «Wer sich bei der Arbeit total auf etwas konzentriert und dabei alles um sich herum vergisst, gerät in eine Art Trance.

Und genau in diesem Zustand befinden sich meine Klienten, wenn ich sie hypnotisiere. Sie sind total auf sich selber fokussiert und tiefenentspannt.» Das man schlafe, widerstandlos oder gar bewusstlos werde bei einer Hypnose sei totaler Humbug. Genauso, dass jemand unter Hypnose dazu gebracht werden könne, Dinge gegen seinen Willen zu tun. Beispiel: Ricklins Frau Ruth ist Genussraucherin, er Nichtraucher. Weil sie ihm vertraut, liess sie sich auf einen Versuch ein, sich das Rauchen in einer Hypnosesitzung abzugewöhnen. Erfolglos. Sie raucht immer noch. «Wenn jemand etwas partout nicht will, kann auch der Hypnotiseur nichts ausrichten», sagt der gebürtige Zurzacher.

Menschen, die Hanspeter Ricklin besuchen, leiden unter Angststörungen, Süchten und Zwangsneurosen. Ein junger Mann dankt ihm per E-Mail, weil seine soziale Phobie nach einer Sitzung schon wesentlich zurückgegangen sei. Er war vorher jahrelang erfolglos in Psychotherapie. Das klingt unglaublich. Man geht also zu Ricklin in die Hypnose und ruckzuck ist man von gestörtem Essverhalten, Höhenangst und allen anderen Problemen befreit, die man schon seit Jahren loswerden möchte?

«Es ist in der Tat oft einfacher, als man denkt», sagt Ricklin ruhig. Während Betroffene meist lernen, dass sie etwas an ihrem Verhalten ändern müssen, setzt der Hypnosetherapeut den Fokus auf Erlebnisse in frühster Vergangenheit, die Auslöser für die Störung waren. « Oft ist das gar nichts Schlimmes, aber etwas Unverarbeitetes, dass sich mit der Zeit zu einem Riesenproblem aufgebauscht hat. Ich mache mit dem Klienten eine Reise zum Ursprungserlebnis, das für die heutigen Stressfaktoren verantwortlich ist. Und löse die damit verbundenen Emotionen in Trance auf.» Natürlich ist ein intensives Vorgespräch nötig, damit der Hypnotiseur erfährt, was sein Gegenüber plagt.

«Trotzdem kommen im Zustand der Tiefenentspannung dann noch ganz andere Dinge heraus, die relevant für die langjährigen Beschwerden sind», erzählt Ricklin aus seinen Erfahrungen. Zwischen 10 Sekunden und drei Minuten gehe es im Allgemeinen, bis ein Klient dank spezieller Atemübungen und geschlossener Augen in Trance sei, behauptet er. «Wenn nach ein bis drei Sitzungen keine Besserung eintritt, bin ich der falsche Therapeut», sagt er rigoros. Rund einen halben Tag und 700 Franken muss man für eine Behandlung rechnen.

Ricklins Erfolgsquote liegt gemäss eigener Aussage bei 70 bis 80%. Mittlerweile kann er sich selber durch Hypnose soweit bringen, dass er beim Zahnarzt eine Wurzelbehandlung ohne Betäubungsspritze durchsteht. «Der Schmerz entsteht erst im Hirn», erklärt Ricklin und fügt hinzu, «mit der richtigen Methode kann man das Schmerzgefühl abstellen.» Aber wo liegen die Grenzen der Hypnose? «Beim Heilen von Krankheiten», meint der Spezialist. «Psychosomatisch bedingte Leiden wie Stresssymptome kann man mit Hypnose gut in den Griff kriegen. Aber keinen Krebs eliminieren.»

Dabei war es eine schwere Krankheit, die den ehemaligen Ölhändler zu einem totalen Umschwung in seinem Leben brachte. Nach Karrieren im IT-Bereich und verschiedenen Geschäftsleitungsfunktionen erfuhr Ricklin vom Arzt, dass er an Leukämie litt und nur noch wenige Jahre zu leben habe. «Es war ein Schock», sagt er heute. Seine Reaktion: Er blendete die Krankheit aus und arbeitete wie ein Besessener weiter. Erst eine totale Depression stoppte ihn.

Total am Boden suchte er nebst der Hilfe von Schulmedizinern auch nach alternativen Heilmethoden und ging zu einem Handaufleger und Hypnotiseur. Für ihn die absolute Offenbarung. «Nach der ersten Behandlung fühlte ich mich total entspannt und beschloss nach der zweiten Sitzung: Ich werde selber Hypnotiseur.» Es folgten Ausbildungen im In- und Ausland. «Hypnose kann jeder lernen», sagt Ricklin ganz unprätentiös, «es beruht auf verschiedenen Techniken, die absolut nichts mit Hokuspokus zu tun haben.» Seine Blutwerte sind bis heute stabil und kein Arzt kann sich dieses Phänomen erklären.

Zum PDF des Berichtes:

AZ Hypnotiseur Hanspeter Ricklin_ Beim Zahnarzt versetzt er sich selbst in Trance – Zurzibiet – Aargau – az Aargauer Zeitung